Dienstag, 12. Februar 2013

Im Test | Lunapads

Im Zuge meiner Berichterstattung zur Lunette wurde Britta von Lunapads auf mich aufmerksam und bot mir an zeitgleich die Binden und Slipeinlagen dieser ursprünglich kanadischen Firma zu testen. 

Ich konnte ich mich düster an Bilder von bunten Stoffbinden erinnern, die ich vor Jahren mal in einem Forum entdeckt hatte. Schon damals musste ich aufgrund der poppigen Farben und Muster schmunzeln und bekam sofort gute Laune. Wieso also nicht? "Wenn schon öko, dann richtig!" dachte ich mir und schon kurze Zeit später erreichte mich ein liebevoll gepacktes und beschriftetet Päckchen. 




Die Binde fungiert als Träger, lässt sich mit den Einlagen, die es mit und ohne Flügel gibt, "aufstocken" und mit einem Druckknopf um den Slip herum befestigen. Sie eignet sich vor allem für leichte bis mittelstarke Blutungen. Die Slipeinlagen sind für den täglichen Gebrauch, sehr leichte Periode, als Wäscheschutz und während der Schwangerschaft. 
Die Lunapads bestehen im Gegensatz zu herkömmlichen Wegwerfartikel, die gebleicht und chemisch behandelt werden, aus 100%igem Baumwollfließ (zum Teil Bioqualität), Flanell und einer dünnen Lage atmungsaktivem Nylon um undichte Stelle zu verhindern.
Sie helfen bei Hautrötungen, Juckreiz, Geruchsbildung und Pilzerkrankungen, sind sehr saugfähig und absolut pflegeleicht. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber es reicht tatsächlich die Pads zuerst in kaltem Wasser aufzuweichen und sie dann entweder mit der Hand oder normal in der Maschine zu waschen. Bereits im kalten Wasser löst sich das Blut beinahe komplett aus dem Gewebe. Bei richtiger Pflege halten die Lunapads bis zu 5 Jahre (!) und aufgrund der bunten Design dürften sie selbst auf dem Gemeinschaftswäscheständer nicht für allzu verwirrte Blicke sorgen;) (Für die Minimalist_innen unter uns gibt es die Pads auch in naturweiß.)

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie sehr gut sitzen, nicht verrutschen und sehr angenehm zu tragen sind. Außerdem hinterlassen die Pads aufgrund des fehlenden Klebestreifens keine Rückstände. Da ich schwarze Slips bevorzuge ärgerte ich mich in der Vergangenheit immer wieder über weiße Klebereste auf dem Stoff. 

Britta empfahl mir vor allem die Teeny Slipeinlage als "doppelten Boden" am ersten Tag mit der Lunette. Diese hält bei mir aber so dicht, dass die Einlage absolut sauber blieb. Allerdings bin ich jemand, die auch gerne zwischen den Tagen ab und an mal eine Slipeinlage trägt, so dass sie für mich so oder so absolut ideal ist:  Keine Wäscheschutzfolie, keine Kunstfaser, keine Gefahr der Austrockung oder der Geruchsbildung. 

In ihrem Leben verbraucht jede Frau rund 16.800 Wegwerf-Binden oder -tampons und alleine in Deutschland werden pro Jahr 1,2 Milliarden Tampons allein vom Marktführer verkauft. Das macht im Monat im Schnitt 5 €, im Jahr 60 € und in 5 Jahren ca.300 € aus. Lunapads bietet Startersets für 5 Jahre an, die im Vergleich dazu 57 € (Baumwolle), bzw. 67 € (Bio-Baumwolle) kosten.  Ein Schnäppchen, bedenkt man die obigen Zahlen. 

Besonders interessant finde ich übrigens die Wet & Dry Taschen, die durch ihr ausgeklügeltes Design Platz für neue, einsatzbereite und gebrauchte Lunapads bieten. So kann auch unterwegs nichts schief gehen. Von denen werde ich mir definitiv eine besorgen.
Überhaupt verliefen die letzten Tage für mich sehr spannend. Mit mittlerweile 29 Jahre, davon 15 Jahre mit Monatsblutung, entdecke ich meinen Körper noch mal ganz neu und lege so einige Skrupel und Vorurteile ab: "Stoffbinden??? Um Himmels Willen. Das ist doch was für Hippies oder Frauen, die ihre Regelblutung als "heilig" zelebrieren! Die kriegt man doch im Leben nicht vernünftig sauber."

Ich habe mich eines besseren belehren lassen;)

Übrigens: 

Lunapads hat sich mit AfriPads für die Aktion "One4Her" zusammengetan und leistet in Uganda wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe. AfriPads produziert  nach dem Vorbild von Lunapads in Uganda Stoffbinden und -slipeinlagen für Frauen im eigenen Land. Noch immer mangelt es in den sogenannten "Entwicklungsländern" vielen Einwohnerinnen an Hygieneartikeln, so dass sie während ihrer Regel oft nicht zur Schule oder zur Arbeit gehen und es zu Bildungslücken, frühen Schwangerschafte, Unterdrückung und anderen Nachteilen   kommt. Die Kampagne wurde in Nordamerika bereits gelauncht, ich hoffe, dass Deutschland da bald nachzieht.


Die hier vorgestellten Produkte wurden mir freundlicherweise 
kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.



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