Freitag, 28. Dezember 2012

Dr. Bronner's Magic Soap im Härtetest.

Vor einiger Zeit kamen wir auf Twitter auf die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Dr. Bronner's Magic Soap All-One zu sprechen. Sie ist 100% vegan,  in 100% recyceltem Material verpackt und enthält fair gehandelte Inhaltsstoffe. Angeblich kann man mit ihr so ziemlich alles anstellen: Sie ersetzt uns Shampoo, Seife, Duschgel, Zahnpasta, Wasch- und Putzmittel und sogar das Hundeshampoo. Klingt schon mal ganz gut. Alle Nordamerikaner_innen scheinen auf diese Seife zu schwören.

Während meiner Testphase verwendete ich die Teebaum-Variante der flüssigen Seife, die ich einmal mit einer GlossyBox bekam. Die Seife ist zudem in den Duftrichtungen Mandel, Rose, Neutral, Eukalyptus  Minze, Lavendel und Zitrus-Orange erhältlich.




Hier nun  meine persönlichen Testergebnisse. 


Dr. Bronner's Magic Soap als Waschmittel:

Dies war die erste Variante, die ich schon vor einiger Zeit das erste Mal ausprobierte. Ich habe öfter mal  getragene Kleidungsstücke, die ich spontan doch noch einmal anziehen möchte oder solche, die mit Feinwaschmittel und/oder per Hand gewaschen werden sollen. Hier hat mir Dr. Bronner gute Dienste geleistet. Für die schnelle Reinigung im Waschbecken ist die Seife absolut geeignet. Sie reinigt gut und schnell und lässt sich leicht ausspülen. 

Dr. Bronner's Magic Soap als Duschgel: 

Es tut was es soll. Allerdings reinigt es ebenso stark wie jedes andere Seifenstück oder Duschgel und ist hierbei keineswegs sanfter. Eincremen ist für mich nach der Dusche Pflicht.

Dr. Bronner's Magic Soap als Zahnpastaersatz:

Ja, ich habe es getan. Nachdem ich meine Zähne schon mit Solezahnpasta, Xylit, Zahnpulver und Süßholz gereinigt habe, war die Überwindung auch nicht allzu groß. Die Seife schäumt leicht, lässt sich gut verteilen und die Zähne werden wirklich sauber. Durch das Teebaumöl ist das Mundgefühl danach besonders frisch. Allerdings bleibt ein ziemlich seifiger, leicht ranziger Nachgeschmack. Noch einmal möchte ich das nicht machen. Da bleibe ich lieber bei der guten alten Zahnpasta.

Dr. Bronner's Magic Soap als Gesichtsreinigung:

Ab und an habe ich die Seife auch im Gesicht getestet, vor allem wenn ich Make Up aufgetragen hatte. Augenkontakt habe ich lieber vermieden, meine Foundation hat sie jedoch anstandslos heruntergeholt. Da die Haut danach aber leicht spannte gehörte auch hier Eincremen zum Pflichtprogramm.

Dr. Bronner's Magic Soap als Shampoo:

Hiervon hatte ich mir am meisten versprochen. Und hier wurde ich auch am meisten enttäuscht. Ich habe jetzt drei Versuche hinter mir, die ich jedes mal noch zu optimieren versuchte.

Das erste Mal verwendete ich die Seife pur. Das Ergebnis waren SEHR voluminöse und griffige Haare. Eigentlich ein Traum. Zudem blieben sie sehr lange frisch und fluffig. Der erste Nachteil zeigte sich aber bereits hier: Die Haare waren direkt nach dem Waschen so strohig und verknotet, dass ich einiges an Substanz lassen musste und selbst mit einem grobzinkigen Kamm kaum durchkam. Auch nach dem Föhnen fühlten sich die Haare deutlich  trockener an als sonst.

Beim zweiten Mal verwendete ich nach dem Shampoo eine Spülung, um dem Nestbau gleich von vorneherein vorzubeugen und ließ die Haare an der Luft trocknen. Das Kämmen fiel etwas leichter, allerdings blieb auch nach der vollständigen Trocknung ein klebriger Film auf den Haaren, den ich bisher nur von festen Haarseifen oder Lavaerde kannte. Ich musste meine Haare ein zweites Mal mit normalen Shampoo waschen. Selbst meinem Freund fiel der Film beim Griff auf meine Haare auf.

Ich bekam mit der Investigation. Woran kann es gelegen haben? Das erste Mal wusch ich die Haare in einem Haushalt mit einem sehr harten Wasserdruck (I love it!). Sollte es so sein, dass die Seife hier besser ausgespült wurde? Schon bei der Wäsche wurden die Haare sehr stumpf und man kam mit den Fingern kaum durch. Vielleicht erreichte das Wasser nur die Oberfläche? (Ich wasche übrigens "über Kopf".)
Zudem verwendete ich beim zweiten Mal einen neuen Conditioner. War er der Übeltäter?

Vor einer Stunde also nun der dritte Versuch. Diesmal mit saurer Rinse nach dem Shampoo. Das schien schon mal eine gute Idee zu sein, denn das stumpfe Gefühl wurde sofort deutlich gemindert. Dann achtete ich darauf sehr lange und sehr gründlich auszuspülen. Der Wasserdruck hier im ersten Stock ist nämlich mehr als bescheiden und für mich nicht zu ändern, da ich keinen eigenen Wasseranschluss habe.
Zum Schluss verwendete ich einen altbekannten Conditioner und achtete darauf, diesen nur auf die Spitzen aufzutragen.
Nach dem Fönen das ernüchternde Ergebnis: Klebrige Haare. Und ein immenser Haarverlust. 

Also wusch ich sie noch einmal und sitze nun mit einer Kur auf dem Kopf, um meine Haare wieder gefügig zu machen. Ich hoffe, sie nehmen mir die Testrunde nicht allzu übel.


Dr. Bronner ist für mich also leider erst einmal durchgefallen. Denn ein sanftes, ökologisches Wasch- und Putzmittel bekomme ich überall günstiger (236 ml der Magic Soap kosten um die 9 €) und jedes Duschgel aus der Drogerie reinigt mindestens genauso gut und mehr oder weniger pflegend. 
Schade eigentlich, denn ich fand den Gedanken ab jetzt nur noch eine Flasche mit mir herumschleppen zu müssen sehr verführerisch. 

Mich würde nun interessieren ob und wenn ja, welche Erfahrungen ihr mit Dr. Bronner gemacht habt.

Kommentare:

  1. Eine schlechte... Falls es dich interessiert:
    http://biotiful.at/blog/2010/03/dr-bronner%E2%80%99s-magische-seife/#axzz2GLWbTJO5

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  2. Uiuiui, das klingt nicht gut. Gut, dass ich den Test in meine Urlaubszeit gelegt habe. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit den Haaren zur Arbeit gemusst....
    Das Volumen und die Griffigkeit waren allerdings eine Wucht. Schade, sehr schade.

    Danke für deine Meinung!

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  3. mit seife zähne putzen? :D das klingt wirklich gruslig :D

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