Montag, 20. August 2012

Gastbeitrag: Der unumgängliche Einsatz von tierischen Produkten in der Medizin.

Vor einiger Zeit erreichte mich via Facebook eine Nachricht, die einen sehr interessanten Aspekt im Veganismus anspricht: Den Umgang mit medizinischer Versorgung. Die Autorin der Nachricht war netterweise damit einverstanden diese zu veröffentlichen, bat aber darum ihren Namen nicht anzugeben. Diesem Wunsch komme ich gerne nach und bin gespannt, wie ihr "die Sache" seht.
Ich selbst habe mir schon ähnliche Gedanken gemacht, da ich ursprünglich ebenfalls aus dem medizinischen Bereich stamme und bin bisher auf keinen grünen Zweig gekommen. Ohne gewissen Medikamente geht es bei mir leider nicht. 

Ich habe die Überschrift bewusste so ketzerisch gewählt und den folgenden Sachverhalt als "unumgänglich" betitelt. Sicherlich ist er es nicht, bzw. wird es irgendwann nicht mehr sein. Ich gehe davon aus, dass die Technik irgendwann so weit sein wird. Mir geht es hier aber nicht um das Handeln von Arzt A oder B sondern darum, wie man als Patient_in mit so etwas umgehen kann/sollte/müsste.



"[...] Weil ich gerade aktuell auf deiner Seite die Sache mit den Tierversuchen gesehen hab.. da dachte ich das könnte dich auch interessieren.

Ich mache gerade meine Ausbildung als MTA im Labor. (Ich werde NIEMALS! Tierversuche machen oder tolerieren!!!) Dabei bin ich auf DAS Gestoßen und ich finde es absolut grausam.. viele viele viele Menschen wissen davon nichts.

In der alltäglichen Diagnostik von Krankheiten werden zahlreiche "Tierprodukte" eingesetzt, die entweder in oder aus Tieren produziert werden.
Ein Beispiel (von vielen) ist Fetales Kälberserum:


Fetales Kälberserum wird zum Beispiel eingesetzt um Viren anzüchten zu können.Es wird für Human-Insulin, Impfstoffe, monoklonale Antikörper, aber auch Krebsmittel wie Interferon, Interleukin und Tumor-Nekrosefaktor benötigt.Und es ist ein ganz wichtiger Stoff für die medizinische Grundlagenforschung. Man benötigt Blut von Tieren, die noch nicht geboren sind, da das Blut somit nur eine ganz geringe Menge an Antikörpern hat, da die Tiere noch nicht mit Krankheiten in Berührung kamen.


Ich habe gelernt das alleine in Deutschland jährlich das Blut von 2Millionen !!! Kälbern benötigt wird, in den Artikeln die ich als Quellen mitschicke ist von weniger die Rede, allerdings ist der eine Artikel(Spiegel) von 1993. Aber eigentlich ist dieser bis auf die Zahlen noch hochaktuell.






Ich denk mal die Quellen Spiegel und Taz sind ziemlich zuverlässig, vor allem aber passen sie mit dem zusammen was ich gerade in meiner Ausbildung lernen musste [:-(]


Momentan gibt es laut Medizin keinen besseren Ersatz als FKS, allerdings ist das wahrscheinlich einfach nur die billigste und einfachste Methode..und um ein neues und gleichwertiges Mittel zu finden müsste viel Geld und Zeit investiert werden. Und leider bedeutet Forschung ja auch immer Tierleid..in jeder Hinsicht. Ob als "Produktionsstätten" oder als "Versuchstiere".


Das heißt, jedes Mal, wenn beim Arzt ein Abstrich erfolgt, oder sonstige Körperflüssigkeiten untersucht werden wird Fetales Kälberserum verwendet.

Ebenso für die Herstellung zahlreicher Medikamente!!!!!

Sei es die Pille, Antibiotikum oder nur ein Nasenspray!

Wer denkt zum Beispiel schon daran welche "Folgen" der routinemäßige Frauenarztbesuch mit sich bringt.(->Abstrich)

Und Fetales Kälberserum ist nur ein Beispiel von vielen Tierprodukten die in der routine-Diagnostik jeden Tag in tausenden Labors eingesetzt werden!!



Liebe Grüße [...]"




Kommentare:

  1. Ich finde es einfach nur wahnsinnig traurig, dass wir Verbraucher so oft darauf angewiesen sind, was die "da oben" sich einfallen lassen.

    Was können wir denn tun, wenn wir so ein Verfahren nicht unterstützen möchten? Vermutlich gar nichts.

    Es gibt so wahnsinnig viele Dinge, die mit Leid und Qual verbunden sind - ganz gleich, ob es sich um Mensch oder Tier handelt - von dem wir Verbraucher nichts wissen (dürfen/sollen). Und für die meisten Dinge gäb es auch andere Lösungen, nur sind diese häufig (zumindest zu Beginn) kostenintensiv. Aber auch davon erfahren wir oft nichts, denn es könnte ja eine Wahl bedeuten. Und dem Verbraucher eine Wahl zu geben, ist für die Anbieter ja immer sehr schlecht, schließlich soll das Geld doch in IHRE Taschen fließen. Und das nicht zu knapp.

    Egal wohin wir uns auch drehen, Geld regiert die Welt. Nicht die Erfurcht uns Freude über das Leben :(

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  2. "Wer denkt zum Beispiel schon daran welche "Folgen" der routinemäßige Frauenarztbesuch mit sich bringt.(->Abstrich)"

    dabei wird wohl der cervix-abstrich gemeint sein. dieser wird zytologisch untersucht. man braucht also kein nährboden um irgendwas anzuzüchten, lediglich ne fixierlösung und farbstoffe.

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  3. Ich habe gerade diesen Blog entdeckt - sehr schön zu lesen.

    Ich bin einer der Medizinstudenten, die sich darüber schon gedanken machen. Es ist schwer, in dem Spannungsfeld zu stehen. Die meisten meiner Kollegen halten Tierversuche und Tiernutzung für absolut notwendig. Man ist fast schon "ethisch fragwürdig", wenn man das anzweifelt.

    Andererseits gibt es einfach auch Regeln und Vorgaben, die ein Unternehmen erfüllen MUSS, um ein lebensrettendes Medikament auf den Markt zu bringen.

    Man denke mal an die Leukämie bei Kindern - in den 70ern starb daran weit mehr als jedes 2. Kind bei einer Letalität von über 70 % dieser Erkrankungen. Heute würde jede Mutter froh sein, wenn das Kind gerettet werden kann - sicherlich auch jede, die vegan lebt und dies ihrem Kind aufzwingt (eine andere Sache, aber auch diskutierenswert).

    Man muss überlegen, was menschliches Leben und menschliche Gesundheit im Vergleich zur Tiergesundheit wert ist. Das ist eine beinahe philosophische Grundsatzdiskussion, die auch von Veganern und ressourcenschonenderen Menschen häufig nicht zu Ende geführt wird, weil eine ideologische Verklärung (Mensch = superböse und egozentrisch, Tier = armes Opfer) stattfindet, die den verdeckten Nutzen der Tiere für Veganer ausblendet. Liegt sicher auch daran, dass niemand weiß, dass beispielsweise spezielle Leimarten in technischen Geräten und Instrumenten tierischen Ursprunges sind.
    Kann ich als Veganer auf mein Instrument verzichten? Oder auf meinen Laptop?

    Schwierige Frage - die kann man überall dort stellen, wo Menschen unschöne Spuren in der Welt hinterlassen.
    Angefangen bei der Produktion von Textilien und Plastik, über die Pharmaindustrie bis hin zur Individualmobilität.

    Fast niemand kann die Spuren, die er nunmal als Mensch hinterlässt ganz korrigieren oder gering halten. Für diese Bürde dürfen wir uns nicht schämen oder hassen. Aber wir sollten nach weniger invasiven Lösungen suchen und auch die Fragen nach der Wertigkeit tierischen Lebens immer wieder neu stellen.
    Macht halt nur keiner, weil das viele intelligente Köpfe erfordert, von denen sich auch jeder irren kann und selbst sehr subjektiv ist.

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