Samstag, 4. Februar 2012

Fair und öko geht auch bezahlbar und stylish, wetten?

Sicher habt ihr alle neulich den "H&M - Check" in der ARD gesehen. (Wer ihn verpasst hat, kann ihn sich hier ansehen.) 

In den Tagen danach kamen in meinem Umfeld immer wieder Diskussionen auf WO man denn noch einkaufen könne. Faire und ökologische Mode sei doch so teuer. Das könne sich keiner leisten. Da wäre ja klar, dass die meisten Menschen eben doch zu den üblichen Verdächtigen gehen würden. Und außerdem würde "Öko-Mode" doch auch immer danach aussehen. Wer wolle denn SO herumlaufen?
Meistens fielen dabei Namen wie "Waschbär", "Hess Natur" oder die Menschen hatten neue, teuere Designerlabels vor Augen.




Das es auch anders (und günstiger!) geht zeigen aktuell aber immer mehr kleine Labels und Läden. Hier möchte ich euch einige vorstellen.



Leider stellt das Team die Arbeit am Label ein und wendet sich anderen Projekten zu. Bis zum endgültigen Abschied kann man aber noch einige Schnäppchen jagen. Ich besitze zwei T-Shirts von ihnen und bin sehr zufrieden. 


Ein veganer Onlineshop der sich mal nicht mit Lebensmitteln beschäftigt. Vielmehr findet ihr hier Kosmetik (auch meine heißgeliebte Raw Gaia MSM Cream), Accesoires und Kleidung. Hier findet ihr Kleider, Röcke, Hosen, Pullover, Tops, Schuhe....Also nahezu alles was das Fashionherz begehrt.


Neben dem Onlineshop gibt es in Bremen auch ein Ladengeschäft in dem ihr günstige Mode, u.a. von Bleed, People Tree und Komodo finden könnt. 


Fair und ökologisch. Vor allem bekannt durch ihre T-Shirts mit Aussage. 


Yeah, Heimatprops! Moralisch voll vertretbare Basics zu Studentenpreisen. Dazu auch noch klimaneutral.


Auf dieses Label stieß ich aufgrund ihrer "Anti-AKW-Schals". Endlich kann man seinen Unmut auch auf stylische Art und Weise kundtun. Schicke, alltagstaugliche Stücke mit Aussage zu erschwinglichen Preisen.


Hoodies, Shirts, Tops und Longsleeves in trendigen Farben wie violett, türkis, grau und schwarz.


"Markantes, minimalistisches und energiegeladenes Graphikdesign", so beschreiben es die Macher selber. Die Shirts werden in kleiner Auflage produziert und sind mit schadstofffreien und auf Wasser basierenden Farben bedruckt.


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Die Liste soll nur eine kleine Übersicht sein und als Einstieg dienen. Wer mit offenen Augen durch's Netz surft wird sicherlich noch einiges an Schätzchen entdecken. Postet sie gerne unten in den Kommentaren!

Kommentare:

  1. Wenn da nur wieder mein "Größenproblem" nicht wäre. Ich hatte mal Shirts bei AA bestellt und die waren viel zu eng :-(

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  2. Das Problem hat man ja aber überall wenn man im Netz bestellt;-) Ich google mich vorher immer durch Erfahrungsberichte oder schreibe die Firmen direkt an. Die wissen meistens gut über ihre Schnitte Bescheid.

    Liebe Grüße
    Kathrin

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  3. Ist aber auch nervig. Die meisten Ökolabels haben ja nur begrenzte Größenauswahl. Ich hatte wie gesagt nur einen Shop gefunden, der XL hatte und da traf das Vorurteil "Öko gleich teuer" sehr wohl zu. Für ein Kleid kann ich beim besten Willen nicht 200€ ausgeben. Das ist ein Monatsgehalt...fast zumindest.

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  4. Das ist klar, deswegen versuche ich ja Alternativen aufzuzeigen. 200 € gebe ich auch nicht aus. Ich bin mir aber auch bewusst, dass man für "gute" Ware, gutes Geld zahlen muss. Aber da greift dann wieder mein Minimalismusprinzip. Bei solch Dingen wie ein Kleid (was ich selten tragen würde) gebe ich gerne etwas mehr aus und habe es dafür lange. Allerdings wirklich keine 200 €. Viele Shops zeigen, dass es auch anders geht.

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  5. Ich habe auch generell gerne viele Basics im Schrank und achte da auch auf Qualität. Allerdings habe ich für jedes Kleidungsstück eine Schmerzgrenze, egal wie lange ich es tragen werde. Bei Oberteilen liegt die meistens bei 40€, bei Hosen/Kleidern/Röcken bei 60€. Für Jacken gebe ich gerne mehr aus, weil ich die teilweise jahrelang trage, obwohl es da auch günstige Modelle gibt. Grenze bei 100€, Schuhe bei 60€. Mein "Problem" ist eher, dass ich auch mal Mode tragen möchte, die saisonal bedingt gerade "in" ist. Der sportliche Look sagt mir meistens nicht zu und viele faire Marken vertreten genau diesen Stil, der für mich persönlich "nichts sagend" ist. Man kann hier und da sicher mit Accessoires aufpeppen, aber meistens würde ich die Sachen im Laden nichtmal ansehen, weil sie so gar nicht meinem Stil entsprechen. Ich denke das ist auch so ein Punkt, warum viele Menschen gerne auf H&M, Zara und Co. zurückgreifen, obwohl ihnen bewusst ist, dass die Produktionsbedingungen unter aller Sau sind. Auch ich kann auf diese Läden nicht zu 100% verzichten, allerdings habe ich dahingehend meinen Konsum sehr eingeschränkt. Generell was Klamotten betrifft. Ich denke nach wie vor, dass Second Hand eine super Alternative ist. Allerdings achte ich dabei vermehrt darauf, dass die Sachen noch gut erhalten sind und nicht abgetragen aussehen. Du hast ja auch mit Kindern etc. zu tun, wie ich (später) und gerade da sollte man ja besonders darauf achten, was man trägt. Gerade Schüler achten da vermehrt drauf, was ich so mitbekommen habe. Ich kann mich gut erinnern, dass wir Mädels es damals zu Schulzeiten immer bemängelt haben, wenn Lehrerinnen immer das Gleiche trugen. Ein gewisses Maß an Abwechlung möchte ich also schon beibehalten, weshalb mir das Konzept "Lieber zehn Teile, die man gut kombinieren kann"..nicht immer zusagt. Es ist schon schwierig, gerade als Frau. Da wird, habe ich das Gefühl, vermehrt darauf geachtet, dass man modisch, aktuell gekleidet ist und sobald man dabei aus dem normalen Rahmen fällt, ist man Thema.

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  6. Ich kann dazu nur sagen, dass mich meine Kids immer "schön" und "cool" finden. Hach, die sind noch ehrlich*höhöhö*;-)

    Aber mal im Ernst. Ich trage was MIR passt, was ICH schön finde und ICH vertreten kann. Die Pädagogik ist kein Laufsteg. Total zweckmäßig wie so manch "Prototyp-Pädagoge" möchte aber auch ich nicht herumlaufen. Daher finde ich zum Beispiel Muso Koroni, Fairtragen und Lena Schoko so ansprechend, weil sie eben auch Mode mit dem gewissen Pfiff machen. Ich habe ja auch mit keiner Silbe geschrieben, dass alle nur noch Öko kaufen sollen. Ich selber steige so nach und nach um, bzw. versuche den Großteil fair zu kaufen. Da auch ich ein begrenztes Budget habe, werde ich sicherlich niemals ein ökologisches Designerteil besitzen, aber das erwartet ja auch niemand. Und wenn, dann hat er/sie Pech.

    Und ich denke, dass man da mit einigen hochwertigen Basics gut bedient ist, die man dann saisonal und trendbewusst aufpeppt. Dafür muss man aber seinen Stil gefunden haben. Denn natürlich kokettieren H&M und Co. damit zeitnah die schnelllebigen Trends aufgreifen zu können. Aber zu was für einem Preis?

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  7. "Ich trage was MIR passt, was ICH schön finde und ICH vertreten kann. Die Pädagogik ist kein Laufsteg. Total zweckmäßig wie so manch "Prototyp-Pädagoge" möchte aber auch ich nicht herumlaufen."

    Ich denke man muss da einen guten Mittelweg finden. Es kommt mit Sicherheit auch darauf an auf was für eine Schule man dann zum Unterrichten geht. Ich hatte mein erstes Praktikum an einer Gesamtschule, wo es relativ egal war, wie man rumläuft. Alle waren locker. Mein Zweites hatte ich dann auf einem sogenannten "Elite Gymnasium", wo zu 90% Akademikerkinder hingehen. Dort wurde alleine schon beim Einstellungsgespräch darauf hingewiesen, immer auf gepflegte und seriöse Kleidung zu achten, da die Kinder schon im geringen Alter ein extremes Markenbewusstsein hätten (was auch nicht unbedingt zu begrüßen ist). Dort sprach ich dann auch mit meiner Mentorin darüber und sie erzählte mir so einige Stories von Schülern, die sie auf ihre billige C&A Klamotte angesprochen hätten. Ich denke schon, dass man sich wohlfühlen muss indem was man trägt. Allerdings würde ich z.B. nie Klamotten kaufen, in denen ich mich unwohl fühle, die aber vollkommen ethisch vertretbar sind. Man hat ja dann irgendwann auch seinen Stil gefunden, wie du so schön sagst.
    Allerdings denke ich nicht, dass ein Totalboykott dieser Marken etwas bewirkt. Im Gegenteil, ich glaube sogar, dass die Arbeiter vor Ort um ihren Arbeitsplatz gebracht werden. Das heißt nicht, dass ich die Arbeitsbedingungen gutheiße. Aber ein Boykott würde die Sachlage noch schlimmer machen, denke ich. Man sollte eher an die Unternehmen appellieren, etwas im Konzept zu ändern, die Menschen z.B. fair zu entlohnen, Urlaubstage, Kranken und Unfallversicherung etc. einzuführen.

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  8. Am Ende entscheidet der Käufer, nicht die Firma. Die Firmen wollen im Zweifelsfalle alle möglichst günstig produzieren.

    Da bleibt dann nur die Hoffnung als Elite-Gymnasiallehrerin am Ende so viel zu verdienen, dass man sich ökologisch korrekte und schöne Designermode kaufen kann.

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  9. Naja das Gehalt ist ziemlich gut, was ich bis jetzt so mitbekommen habe. Allerdings achten dann viele eher auf große Marken, die angeblich ach so viel Status und Qualität versprechen und dabei in genau den gleichen Fabriken hergestellt werden, wie H&M Klamotten. Nur das Produktmarketing ist eben teurer. Wenn ich daran denke, dass manche für Lacostepolos um die 80€ ausgeben, die einen Produktionswert von 3€ haben (man kann sich vorstellen wieviel die Näherinnen bekommen, wenn die Firma noch Gewinn machen möchte). Selbst namenhafte Designer produzieren mittlerweile in Billiglohnländern, dürften aber "Made in Italy" etc. auf ihre Produkte drucken, weil dort beispielsweise der letzte Knopf angenäht wurde. Schon verwirrend alles. Designermode scheint also auch nicht zu 100% vertretbar zu sein. Außerdem kommt da noch hinzu, dass diese oft mit Leder, Seide und Wolle produzieren :-(

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  10. Hast du zu Lacoste ganz konkret Infos? Interessiert mich, weil ich jemanden kenne, der die Polos trägt, weil sie eben angeblich noch in Frankreich produziert werden. Da wäre ich wirklich interessiert.

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  11. Ich habe das mal in einer Vorlesung zu Marketing gehört, an der ich mit meiner Freundin teilgenommen habe. Da hat der Dozent gerade Marketingstrategien durchgenommen und das am Bsp. Lacoste gemacht. Ich war damals so geschockt, dass sich mir das ins Hirn eingbrannt hat. Calvin Klein produziert ja auch in Indien ^^ Genaue Infos habe ich jetzt nicht, dazu ist das schon viel zu lange her. Habe die Vorlesung vor 4 Jahren gehört.

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  12. Übrigens dürfen sie sogar "Made in France" draufschreiben, wenn z.B. das Logo dort aufgestickt wird. Der Polo Rohling stammt meistens aus Fabriken in Indien und Co.

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  13. "Die Firma Lacoste vermeidet es bis heute, das Herstellerland seiner Textilien bekanntzugeben, was als einer der Erfolgsfaktoren der momentanen Unternehmensstrategie angesehen wird. Wäre bekannt, dass Lacoste, wie viele seiner Konkurrenten, in einem Billiglohnland in Fernost produzieren lässt, stünden die hohen wirtschaftlichen Gewinne des Unternehmens und auch der elitäre Nimbus auf dem Spiel." (Quelle: http://www.markenpunkt.de/c,l,lacoste)

    Auch interessant..allem Anschein nach produzieren die in China, Korea, Peru etc. Lacoste selbst hat nur den Firmensitz in Frankreich und vergibt Lizenzen an Produzierer. (Quelle: http://www.gutefrage.net/frage/ist-lacoste-made-in-france)

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  14. Danke schön für die Infos, ich werde das weiterleiten. Also wieder eine Marke, die man streichen kann/muss...

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  15. Ich glaube da kannst du Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Marco Polo etc. gleich mit streichen. Es gab mal im Netz so eine Firmenliste..ich glaube die hier: http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/branchen/textil wo Firmen gelistet sind und danach beurteilt werden, ob sie Kinderarbeit zulassen etc. Ob diese vollständig ist, weiß ich allerdings nicht.

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