Mittwoch, 21. Dezember 2011

No fireworks for me, please.

Mit Schrecken musste ich heute morgen hören, dass seit diesem Jahr auch sogenannte "großkalibrige und schwere Batteriefeuerwerke" für den Otto-Normal-Verbraucher zugelassen wurden. Alleine der Name lässt mich schaudern. 

Obwohl Soldatentochter war ich nie eine Freundin von Feuerwehrskörpern. Als Kind hatte ich blanke Angst (Zu oft wurden mir Böller aus Fenstern vor die Füße geworfen), mittlerweile sehe ich nicht ein, wieso ich für einmal "Peng!" Geld ausgeben soll. Ein bisschen Bammel steckt zugegebenermaßen auch immer noch dahinter.
Aufgewachsen bin ich direkt an einem Park in dem einmal im Jahr ein riesiges Höhenfeuerwerk gezündet wurde. Schön anzusehen war's ja, ich musste nicht mal hinaus und konnte das Spektakel durch das geschlossene Fenster beobachten. Eines Tages kam mir dabei ein beunruhigender Gedanke. 

Ich muss acht oder neun Jahre alt gewesen sein, als ich mich plötzlich fragte was passiert, wenn ein Vogel von so einer Rakete getroffen wird. Diese Frage muss mich so beschäftigt haben, dass ich in den darauffolgenden Jahren immer wieder von ein und dem selben Albtraum heimgesucht wurde: Ich gehe einen Tag nach dem Feuerwerk durch den besagten Park und überall liegen tote Vögel und Fledermäuse.

Jahre später musste ich erfahren, dass ich mit meiner dunklen Vorahnung gar nicht so falsch lag. Nicht nur das Silvester jedes Jahr Unmengen an Abfall produziert, Menschen Körperteile kostet und Millionen Euro verschlingt. Auch die Tiere leiden sehr unter diesem Brauch. Ursprünglich von unseren Ahnen zur Vertreibung böser Geister praktiziert, bringen Böller und Raketen jedes Jahr tausende Tiere um ihr Leben. Vögel werden von gleissendem Licht geblendet und verlieren ihre Orientierung, manche Tiere tragen Verbrennungen und Augenschäden davon. Der Lärm führt zu Schockzuständen, die mit Nahrungsverweigerung, Jaulen, Durchfall oder nervösem Zittern einhergehen können. 
Manche Menschen bewerfen Tiere sogar absichtlich "aus Spaß" mit Knallkörpern oder Hunde glauben ihnen würde etwas zum Spielen zu geworfen werden, so dass sie danach schnappen und das Geschoss in ihrem Maul explodiert. 
In der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Kinder- und Alteneinrichtungen ist das Knallen bereits untersagt, an sensible Menschen wird also bereits gedacht. Denkt bitte auch an die Tiere!

Wieviel gebt ihr im Schnitt für Feuerwerkskörper und Co. aus? Wäre es nicht schöner, den Betrag zu spenden? Neben den gängigen humanitären Hilforganisationen gibt es auch einige, die sich dem Wohl der Tiere verschrieben haben.

Um es euch noch einfacher zu machen, habe ich hier ein paar Institutionen zusammengestellt die wirklich jeden Euro gebrauchen können. Vielleicht ist ja eine für euch dabei:
1. Sea Shepherd Deutschland setzt sich für den Erhalt von Walen, Delfinen, Robben und anderen Meerestieren ein. Von den Spendengeldern werden vegane Lebensmittel für die Crew-Mitglieder (die alle unentgeltlich und auf eigenes Risiko ihr Leben riskieren), Technik für die Schiffe, Infostände, Mitgliederwerbung und dergleichen finanziert.


2. Hof Butenland ist vielen aus den aktuellen Medien bekannt. Als Stiftung für den Tierschutz und Kuhaltersheim gibt der Hof auch anderen Tieren ein neues, ausbeutungsfreies Zuhause.
Sehr informativ finde ich diese Auflistungen der regelmäßigen Kosten der Einrichtung. Damit man mal ein Bild bekommt, wieviel an Spenden da nötig ist.


5,- €

kostet das Obst, Gemüse und Getreibe, das die Schweine pro Tag verputzen

10,- €

decken einen Tag lang die Futterkosten der Katzen und Hunde

25,- €

Darauf beläuft sich die einmal pro Jahr fällige Klauenpflege für ein Rind

50,- €

zahlen wir halbjährlich dem Hufschmied für die "Fußpflege" eines Pferdes

100,- €

versorgen Hühner und Enten einen Monat lang mit Futter, denn das kosten 250 kg Weizen

250,- €

So viel kostet eine Wurmkur für alle Kühe, die zweimal im Jahr durchgeführt werden muss, Dieselkosten, die vierteljährlich für den Trecker anfallen oder für ein neues Weidezaunstromgerät     

3. Ähnlich arbeitet der Schweinehof in Eversmeer (interessanterweise auch an der Nordseeküste). Nur das die Menschen dort sich speziell auf Schweine spezialisiert haben und ihnen ein neues Obdach gewären.

4. Oder unterstützt euer lokales Tierheim. Die sind immer auf Futterspenden, fleißige Hände und Beine beim Gassi gehen und Geldspenden für Impfungen, etc. angewiesen.


Einen Verein für die menschliche Bevölkerung möchte ich aber dennoch hinterherschicken, weil mir das Projekt sehr am Herzen liegt. Viva con Agua sorgt dafür, dass hoffentlich irgendwann alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen haben. Denn das ist nicht selbstverständlich.

Kommentare:

  1. Schöner Artikel und gute Idee, mal was dazu zu schreiben.
    Ich mag die Knallkörper auch nicht, schon gar nicht nah an mir dran. Ich gebe demnach auch kein Geld für sowas aus.
    Höhenfeuerwerke hier in der Umgebung schaue ich mir aber trotzdem an, muss ich gestehen.

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  2. ich hab noch nie geböllert, fand das immer schon so sinnlos und teuer. und es ist echt krass wieviel mülle dadurch entsteht; wenn man neujahr durch die straßen läuft denkt man man ist auf nem schlachtfeld

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  3. Schönes Thema! Sehe es absolut so wie du! Ich frage mich, warum Menschen dafür so viel Geld ausgeben! Da kann man auch gleich die Geldscheine anzünden. Macht weniger Lärm und Dreck!
    Spenden ist ein gutes Thema! Bin seit Anfang Dezember auf der Suche nach einer tollen Organisation (für Tiere), wo ich regelmäßig Geld spenden möchte und die ich auch mal besuchen kann.
    Danke für die Tipps!

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