Mittwoch, 16. November 2011

Mein Yoga und ich.

Yoga hat mich immer magisch angezogen. Die Geschmeidigkeit, die Entspanntheit, das "Über die Grenzen gehen" und die Dehnung. Leider ist es hier "auf den Dörpen", wie man bei uns sagt, nicht ganz leicht einen Kurs zu finden. Und wenn, dann handelt es sich um VHS-Kurse zu so arbeitnehmerfreundlichen Zeiten wie montags um 11 Uhr.
Also bin ich den Weg gegangen, die viele Kleinstadtkinder gehen müssen: In die Buchhandlung. Ohne großes Vorwissen kaufte ich mir ein kleines, bezahlbares Büchlein, dessen Wert ich so richtig erst später zu schätzen lernte. Ich griff nämlich gleich ins Schwarze und erwarb ein Buch von DER Yoga-Literatur-Koryphäe in Deutschland:

Yoga - Mehr Energie und Ruhe von Anna Trökes.

Leider geht ich zur Zeit im Dunkeln aus dem Haus und komme im Dunkeln wieder. Mit meiner Kamera und Beleuchtung sind da keine wirklich gutes Fotos zu machen.


Die dazugehörige CD ist im Gegensatz zu vielen anderen wirklich brauchbar. Sie ist nicht zu schnell, jedoch zügig und auch von Anfängern zusammen mit dem Buch gut umzusetzen. Beherrscht man die Übungen erstmal entwickelt man eh sein eigenes Tempo und braucht eine besprochene CD nicht mehr.
Die "Abend-Sequenz" mache ich aber heute noch gerne. Eine knappe Viertelstunde die im Flug vergeht und mich wirklich erdet. 
Yoga tat mir gut. Es ächzte und krachte im Gebälk und meine Rückenschmerzen wurden merklich besser.

Ich übte so vor mich hin, verlor es in und wieder aus den Augen und hatte zumindest die Theorie immer im Kopf. Ganz vergessen war es nie. 2009 hatte ich dann die Gelegenheit einen Kundalini-Kurs zu besuchen. Dadurch konnte ich einige Basics entwickeln "die sitzen" und darauf aufbauen. Ich hatte nämlich immer den Rat im Ohr, seine ersten Yoga-Versuche zu starten, wenn ein Lehrer zugegen ist, der Fehlstellungen sofort korrigieren kann. Sowas würde sich sonst einschleichen. 
Im Laufe der Zeit und durch meinen Lehrer der selber seit 20 Jahren begeisterter Yogi ist, habe ich auch angefangen mehr in die Spiritualität der Sache einzusteigen. Ich habe viel gelesen. Über die verschiedenen Säulen des Yoga. Das es eben nicht nur "Übungen" sind. Und habe irgendwann kaum noch praktiziert nachdem der Kurs beendet war. Vor allem aus Zeitgründen und aus der Unsicherheit heraus, jetzt wieder ohne Lehrer auskommen zu müssen. Bis ich auf einen kleinen Schatz stieß:

Das große Yoga-Buch, ebenfalls von Anna Trökes.


Dieses Buch bietet neben wunderschönen Bilder einen umfassenden Einblick in Spiritualität, Asanas und auch Meditation. Besonders positiv erwähnen möchte ich, dass die Autorin sehr gut differenziert. Es werden zahlreiche Alternativen für "Einsteiger" und Beeinträchtige beschrieben. Zudem gibt es Hinweise auf Krankheiten und Probleme bei denen man einzelne Asanas nicht praktizieren sollte. Außerdem gibt die Autorin Hinweise auf so vernachlässigte Fragen wie "Wie wechsle ich überhaupt von einer Haltung in die nächste?"
Eine absolute Erleuchtung war für mich das Kapital über solare und lunare Atmung. Wie hofft habe ich im Kurs hinterhergehechelt, weil ich immer irgendwie "genau anders rum" atmen wollte. Immer wenn mein Lehrer was von Einatmen sagte, wollte ich ausatmen. Und kam so durcheinander oder verkrampfte.
Nun weiß ich, dass es richtig war und ist wie ich auch damals schon geatmet habe. Als ich das erkannte "fluppte" es und die Asanas gingen sofort merklich leichter von der Hand.

Eine meiner Lieblingsübungen: Der Drehsitz


Ich habe dieses Buch auch schon an yoga-unerfahrene Kolleginnen ausgeliehen, die alle sofort ebenso begeistert waren. Hier findet wirklich jeder einen Zugang zu diesem schönen, inspirierenden Thema.
Ich selbst habe mit dem Buch schon locker 2 1/2 Stunden am Stück verbracht - übend, nicht lesend wohl gemerkt^^
Mit gut 30 Euro ist es sicherlich nicht gerade günstig, aber wer ein "Eines für Alles" erwerben und einen guten Rundumblick tun möchte ist mit diesem Werk in meinen Augen bestens bedient.


Zusätzlich möchte ich euch die beiden Magazine Yoga Aktuell und Yoga Journal an die Hand geben. Beide voll mit Erläuterungen zu Asanas, News aus der Szene, Musik, Interviews und inhaltlichen Texten zu Themen wie Religion, Ernährung, Ayurveda, etc. Beide Magazine veröffentlichen in schöner Regelmäßigkeit auch Ausgaben mit DVDs oder CDs, die ich bisher alle nur empfehlen kann. Wer sich also nicht gleich in ein dickes Buch stürzen will, sondern einmal reinschnuppern möchte ist hier an der richtigen Stelle.
(Leider habe ich die aktuelle Sonderausgabe des Yoga Journals "Yoga at home" verpasst und hier nur noch ein Exemplar mit geklauter DVD gefunden. Ich habe mir aber sagen lassen, dass gerade diese ideal sei für Menschen, die Yoga nicht im Studio praktizieren können. Vielleicht hat ja jemand von euch noch das Glück eine zu ergattern.

Wer sich näher mit den Hintergründen von Yoga befasst wird schnell auf Dinge wie "Meditation", "Mantren" und "Kirtan" stoßen. Ich muss gestehen, dass ich meine Probleme mit der indischen Stimmlage habe. Ich kann mich nicht verwehren oft sofort an RTL II-Bollywoodfilme zu denken. Asche auf mein Haupt. Ich weiß, dass traditionelle indische Musik damit absolut nichts zu tun hat.
Umso erfreuter war ich, als ich auf Janin Devi stieß. Eine junge, hervorragende Kirtan-Sängerin mit einer, wie ich finde, bombastischen Stimme. Ich höre ihr gerne zu, auch abseit von Meditation und "besinnlichen Momenten".
Um euch einen kleinen Einblich zu verschaffen hier meine Lieblingsvideos von ihr.
Sie ist auch eine extrem erfahrene Yogini und hat zusammen mit anderen auch einige sehr gute Lehrvideos produziert. Reinschauen lohnt immer!


Mein Lieblingsmantra von ihr: Satnam Ge, 
hier auf dem Blog auch bereits vorgestellt.


 Ad Gurenamay


Govinda Hare 
(Das rockt mittendrin schon fast)


Yoga with friends. Kann man können, muss man aber nicht ;-)



Was ich in meiner langen Zeit mit Yoga gelernt habe ist, dass jeder sein eigenes Tempo hat, man nicht alles können muss und es sogar Übungen gibt, die man nicht machen sollte. Es gibt wenig "falsch" und viel "richtig" und schon mit ein, zwei Asanas am Tag kann man sein ganzes Leben umkrempeln.
Ich liebe es, wenn meine Gelenke knacken, weil die Sehnen dahin springen wo sie hingehören. Wenn sich Blockaden lösen, wenn ich merke, wie ich nach einigen Wiederholungen immer tiefer in eine Drehung komme. Wenn meine Gedanken immer durchsichtiger werden und sich in Luft auflösen, wenn mein Atem tiefer wird und ich mich abends ohne Rückschmerzen ins Bett legen kann und ich mich wie auf Watte gebettet fühle.

Ich hoffe, die Bücher sind für den einen oder anderen eine kleine Hilfe, Neuentdeckung oder Inspiration und sage "NAMASTE". Wobei man dies eigentlich still ausführt und nicht laut ausspricht, so wie es der Klischée-Mitteleuropäer gerne vom Klischée-Inder denkt, aber das ist ein anderes Thema;-)


P.S.: Zum Ende noch eine weitere Yogini deren Videos ich wie ein Schwamm in mich aufsauge. Sehr amerikanisch, sehr theatralisch, aber eine Augenweide wie ich finde. Allerdings wohl eher was für Fortgeschrittene und Menschen die gut Englisch hören und umsetzen können.

Ich LIEBE dieses Video.



Kommentare:

  1. Doris aus Nürnberg20. November 2011 um 01:13

    Ich hab auch ein Yoga-Buch von Anna Trökes und kann deinen Bericht absolut bestätigen.

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  2. Ich müsste auch dringend mal wieder Yoga machen, ich habe das immer sehr genossen :)

    Im Übrigen kenne ich auch Kurse die erst gegen 19 Uhr beginnen :) Ich war damals in Harmsdorf, das ist ein super Kurs. An und für sich würde ich ihn auch gern mal wieder machen, aber ich fand es immer so anstrengend danach wieder nach Hause zu fahren. :(

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  3. Von den Harmsdorfer Kursen habe ich auch gehört, aber da ich kein Auto habe sind die für mich leider keine Option:-(

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  4. Ich hab eins :) Und ich wäre sehr glücklich, wenn ich nicht allein fahren müsste. :)

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  5. Och, wenn du jemanden brauchst der dich wachhält nach dem Kurs. Ich böte mich da ganz unverbindlich an^^

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  6. Ich finde die Idee super!!! :) Allerdings könnte ich erst Anfang des Jahres wieder, wäre das ok? :) Im Übrigen zahlt es die Krankenkasse. :) Also bei mir zumindest, das machen aber viele :)

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  7. Oh sehr, sehr gerne. Ich sehe im Dezember auch kein Land mehr. Weiß auch nicht, wie es da mit Anmeldefristen aussieht. Die KKs zahlen das? Oha, da muss ich mich mal glatt bei meiner erkundigen. Das wäre natürlich klasse.

    Dann halten wir das erstmal so fest, ja?;-)

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  8. Sehr, sehr gern! :) Man muss es zwar vorab erst mal selbst zahlen, aber man kann es dann einreichen und bekommt es von der Kasse wieder :)

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  9. @Franzi: Yoga von der Kasse? Muss man das dann begründen, warum man das braucht oder so? Klingt ja spannend...

    @Kathrin: Ich bin jetzt erst seit Anfang des Jahres wirklich aktiv mit Yoga dabei, aber ich liebe es sehr. Ich hoffe, nach Weihnachten ist mal eine bessere Matte drin.
    Das Trökes-Buch habe ich auch, aber eine andere Auflage. Ich mag auch ihre CD für abendliches Yoga und habe die Yogakarten von G. Hirschi, falls dir die was sagen.

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  10. @Fibre Piratess: Nein, begründen musst du nichts. Es übernimmt nicht jede Kasse und auch nur einen Kurs pro Jahr. Die Kosten werden dann zu, ich glaube, 85 % übernommen. Ruf mal bei deiner Kasse an und frag, ob die das auch machen. Ich bin bei der Techniker und die übernehmen einen Kurs. :)

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