Montag, 10. Oktober 2011

Warum ich nicht mehr bei H&M einkaufe.

Im Grunde hat man das alles schon mal gehört. Keine Betriebsräte, elende Produktionsbedingungen, Chemie in den Stoffen, Hungerlöhne. Doch irgendwie landete ich (ich, der Obermoralapostel!) doch immer wieder bei H&M. Weil: Günstig, um nicht zu sagen billig, sehr nah an den Trends und immer schnell wechselndes Sortiment.

Nun reicht es mir. Nach diversen Berichten in den Medien habe ich endgültig beschlossen nicht mehr in dieser Kette einzukaufen. In Anbetracht der Tatsache, dass auch andere Konzerne ähnliche Praktiken wie H&M vorweisen sicherlich ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber irgendwo muss man ja anfangen, ne?

Das Fass zum Überlaufen brachte für mich ein Bericht in dem ehemalige Mitarbeiter davon berichteten, dass sie am ersten Tag einer Krankheit von der Chefetage angerufen wurden, beziehungsweise diese teilweise sogar bei den Ärzten nachfragte, was Herr oder Frau XY denn hätte und ob er oder sie wirklich arbeitsunfähig wäre. 
Leider stammen viele dieser Berichte aus den Printausgaben des SPIEGELS, die online nicht einzusehen sind, aber ich habe versucht ein bisschen was zusammenzutragen. 

Kürzlich wurde über die sogenannten "Five Musts" für einen H&M-Mitarbeiter berichtet:
  • "Hallo",
  • "Danke", 
  • und "Auf Wiedersehen" sagen.
  • Dem Kunden in die Augen sehen.
  • Namensschild tragen.
Wer diese Kriterien nicht erfülle, bekäme bei einem nicht gesagten "Hallo" kurz danach einen Stempel von der jeweiligen Abteilungsleitung auf den Handrücken gedrückt. Wer diese "Brandmarkung" verweigere, lande häufig zum "Feedbackgespräch" im Chefbüro. Auch "Schwarze Peter"-Karten seien schon verteilt worden.
Den betreffenden Artikel kann ich aus genannten Gründen leider nicht verlinken, ich habe aber eine PDF des mediaproverlags gefunden, die auf diese Thematik hinweist. Der Text ist annähernd der gleiche wie im Spiegel (Müsste die letzte oder vorletzte Ausgabe gewesen sein.).

Außerdem hier noch ein Link zu einer Reportage des ZDF, die ich im Fernsehen gesehe habe und euch nicht vorenthalten wollte. Es geht um die aktuellen Betriebsratsentwicklungen.

Und ein Bericht über die hunderten kollabierten Mitarbeiter eines H&M-Zulieferers aus Kambodscha.

Vielleicht kommt die ein oder andere nach dieser Lektüre ja auch ins Grübeln.


Kommentare:

  1. In Zeiten wie wir sie heute nunmal haben, dürfte es auch nicht so unangenehm sein im Internet zu kaufen. Dort gibt es weitaus größere Auswahl und man kann dabei sogar kleine Labels unterstützen. Keiner von uns Kritikern ist ohne schuld, doch muss jeder aus seiner Grundhaltung handeln. Die Fakten im Kopf zu haben und dann nicht zu agieren wäre grob fahrlässig!
    Netter kleiner Artikel, hat mich an H&Ms böse Seite errienert. Kaufe zwar eher bei C&A aber ich weiß ja nit ob die soviel besser sind :-/

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  2. Da hast du zweifelsohne Recht. Wer ohne Schuld ist, Stein und so. Da hat lange Zeit mein Egoismus, mein "Wer billig kauft, kauft zweimal, aber immerhin billig"-Gedanke regiert. Ich boykottiere den Laden jetzt ein gutes halbes Jahr und habe in der Zwischenzeit dennoch Kleidung gekauft. Bis auf bei "fairliebt" habe ich keine wirkliche Garantie, aber wie gesagt: Irgendwo und irgendwann muss man anfangen.

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  3. Oh eine Gleichgesinnte. Ich bin auch auf H&M Entzug. Ich gehe zwar noch ab und an rein und schaue, aber gekauft habe ich dort ca. drei Monate nichts mehr. Dabei habe ich dort gerne meine schwarzen Leggings gekauft, weil ich immer wusste, dass sie sitzen. Mein "Boykott" hat aber auch andere Gründe. Ich mag Polyester einfach nicht und achte auf Baumwoll und Viskosekleidung. Und da bei H&M eben fast alles aus Plastik ist, finde ich dort immer weniger. :-)

    C&A ist leider auch nicht besser, wieder ein Laden, den ich liebe.
    Oft habe ich Glück und bekomme Second Hand H&M und C&A Sachen ^^

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  4. Bei H&M hab ich nie was gefunden, was ich mag UND mir passt. Von daher fällt der Verzicht da leicht. Leider kaufe ich dann bei C&A oder so, die sind ja nicht besser. Ich hoffe auf einen zusätzlichen Job, dann ist da mehr Geld drin für ein Umsteigen.

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