Montag, 17. Oktober 2011

Meine Erfahrungen mit Henna (plus Bilderhistorie)

Aufgrund einer kleinen Bemerkung im Internet schulde ich der lieben Zombiekatze jetzt einen Post über Henna;-)

Ich war nie eine regelmäßige Haarefärberin. Aber in meinen frühen Jahren (*hust*) lebte ich den Gothic in mir aus und tünchte die Haare mehr oder weniger erfolgreich in tiefes Blauschwarz. 
Meine Haare sind von Natur aus dunkelbraun und leicht gewellt. Ich habe relativ dickes Haar und davon ziemlich viel. O-Ton meines Friseurs: "Du hast am Hinterkopf soviele Haare wie andere auf dem ganzen Kopf."
Leider lässt sich dieses Ausgangsmaterial sehr schlecht färben. Selbst Stufe III (Dauerhafte Coloration) wusch sich zum Teil bereits nach zwei Wäschen nahezu aus. Zudem sind schwarze Farbpartikel bekanntlich größer als rote, was dem Ganzen nicht zuträglich war, da sie schlechter am Haar haften und sich leichter auswaschen.
Irgendwann gab ich es auf und ließ die Farbreste, wenn denn welche da waren, rauswachsen. 

Dann bekam ich einen Spleen und wollte unbedingt rote Haare. Hexenrot. War auch nicht von Erfolg gekrönt. Nur eine Firma bescherte mir einen annähernd deutlichen Farbschimmer, dafür bestand die Coloration aus Chemie pur. Wenn ich meine Haare in Ruhe lasse, werde ich von Spliss und Co. verschont. Chemie nimmt sie mir aber übel.
So gab ich auch dieses Experiment auf und ließ meine Haare so wie sie waren.

Anfang 2007 bin ich dann über ein Forum auf Henna gestoßen. Der erste unwissende Versuch endete mit einem Vogelnest auf dem Kopf. Nach kurzer Recherche stieß ich dann auf die "amerikanische Methode". Hierbei wird das Henna über einen längeren Zeitraum (bei mir bis zu 60 Minuten) bei geringer Temperatur im Ofen erwärmt. Das "aktiviert" die roten Farbpartikel und soll intensiver färben. Kann ich für meinen Teil bestätigen. 
Um dem Haar Feuchtigkeit zu spenden und sie besser kämmbar zu machen, mischte ich das Henna statt mit Wasser mit Milch an, rührte einen Naturjoghurt drunter und gab etwas Honig dazu. Das Ganze ließ ich dann bis zu 4 Stunden einziehen.
Et voilá: Ich hatte die Haare schön.
Ich stellte fest, dass etwas dran ist, dass man nach einer Hennafärbung immer eine Wäsche abwarten soll bis die Haare wieder schön weich sind und das sie über Nacht auch nochmal "nachwirken" und am nächsten Tag oft noch intensiver sind.
Henna lagert sich, wenn man es regelmäßig verwendet, nach und nach auf dem Haar ab und beschwert dieses. Frizz und Gekräusel wurde so auf Dauer erfreulicherweise auch eleminiert.
Wirklich hexenrote Haare bekam ich mit Henna bei meiner Naturhaarfarbe natürlich nicht, aber ich war zufrieden. Ich strebte ein tiefes Aubergine an.

Im Sommer 2007 war ich dann in England und als ich mir danach Fotos von mir ansah bekam ich einen kleinen Schreck. Meine Haare waren im Laufe der Jahre durch das Henna auf wundersame Weise heller geworden. DEUTLICH heller. Ich sah warm-karottig aus. Bei mir als kalten bis neutralen Typen ein Graus. Ich habe immer versucht eine möglichst kalte Mischung hinzubekommen (bei Henna schwer genug) und habe Mahagoni mit Schwarz gemischt.
Ich ließ die Farbe rauswachsen, was ermüdend war. Im Gegensatz zu anderen Farben hat Henna bei mir nämlich ausgezeichnet gehalten. Leider wurden die Spitzen im Laufe der Zeit immer dünner, heller und brüchiger. Obwohl ich schon lange nicht mehr färbte und Henna die Haare ja eigentlich pflegen soll.
Da ich immer Bioqualität verwendet habe, war ich wirklich ratlos. 

Seit gut drei Jahren gehe ich nun mehr oder weniger regelmäßig zu meiner Friseurin und diese hat immer noch mit den Resten des Henna zu kämpfen.
Ich sah zwischenzeitlich aus wie ein Streifenhörnchen, da die unteren Längen deutlich heller waren als das Deckhaar. Aus lauter Verzweifelung griff ich vor gut 2 Jahren zweimal zu einer Tönung Stufe II in meiner Naturhaarfarbe, um die Haare wenigstens etwas anzugleichen. Der Effekt hielt natürlich nicht lange vor.
Vor einigen Monaten habe ich einen radikalten Schnitt gemacht und gute 20 cm geopfert. Es blieb dennoch ein kleiner Rest. Mittlerweile sind meine unteren Spitzen wirklich SEHR hell. Fast kupferblond. Durch das Sonnenlicht im Sommer sind sie noch zusätzlich ausgeblichen, trotz guter Pflege. Der Rest des mittlerweile völlig unbehandelten Haares ist top gepflegt.

Ich habe vor zwei Jahren beschlossen meine grauen Haare nicht zu färben. Zwar kann ich allen noch Vornamen geben, aber vereinzelte sieht man schon. Ich möchte keinen Blogansatz sollte ich sie später überfärben, zudem weiß ich seit meiner Zeit in der Urologie was chemische Haarfarbe anrichten kann.
Henna ist bei überwiegend grauen Haare später ja leider keine Option, es sei denn, man möchte wie ein Feuermelder herumlaufen.

Da ich mit meiner Naturhaarfarbe mittlerweile sehr zufrieden bin, werde in den nächsten Wochen definitiv erneut zum Friseur gehen und die restlichen 4-5 cm abschneiden lassen. Hexenrote Haare hätte ich immer noch gerne, aber um Henna mache ich erst einmal einen Bogen.

Kleine visuelle Veranschaulichung

Januar 2007 mit Naturhaarfarbe und Fönwelle frisch vom Friseur.
Frühjahr 2007 mit nicht authentisch wiedergegebener Farbe im Sonnenlicht.
In Wirklichkeit war's ein dunkles Aubergine.
August 2007 - das Schockfoto!






























































































































































Januar 2008.
Irgendwie habe ich es da geschafft die Haare etwas zu retten,
so dass das sie wie zu Beginn der Hennaarie aussahen. Ich erinnere mich an viele Ölkuren.
Auf Dauer wurde es aber nicht besser.
April 2009 nach Tönung in Naturhaarfarbe. Der rötliche Schimmer ist noch zu sehen. Haare waren unten noch einigermaßen in Ordnung. Der Schaden hat sich erst deutlich später gezeigt.
Mai 2011 mit Naturhaarfarbe
Oktober 2011 Naturhaarfarbe mit Blitz

Oktober 2011 ohne Blitz. Hier sind die hellen Spitzen gut zu sehen.

1 Kommentar:

  1. Ich habe auch meine Färberlebnisse. Ich wollte als Teenie immer die neusten Farben haben. Einmal wollte ich viele blonde Stränchen in mein von Natur aus dunkelbraunes, sehr dickes Haar.
    Leider wollte mein Haar die nicht, sie sind direkt nach dem Färben ausgefallen. Meine Haardichte hat sich deswegen auch nahezu halbiert. Mein Friseur wollte damals nicht schuld sein. Ich war gerade 15 geworden und einfach nur geschockt. Ein Glück war meine Mutter mit und hat die dort sprichwörtlich zusammengefaltet, sodass mir der Preis für das Färben erstattet wurde. Seit dem haben meine Haare nie wieder Färbemittel aller Art gesehen.

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