Dienstag, 18. Oktober 2011

Der Tierrechtsprozess in Österreich

Gehört habe ich von dem Prozess selber erst vor einigen Monaten und das auch nur, weil ich über Twitter und Facebook mit TierrechtlerInnen und diversen Vegetarierverbänden vernetzt bin. Der breiten Öffentlichkeit dürfte die Thematik leider immer noch weitestgehend unbekannt sein. Was ein Unding ist, kennt man die Hintergründe.

Seit April 2007 wurde gegen mehrere Mitglieder einer Tierschutzorganisation ermittelt, 13 von ihnen wurde der Prozess eröffnet. Sie wurden angeklagt Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein, basierend auf dem §278a, der sonst für Mafia- und terroristische Vereinigungen angewandt wird. Es folgten Hausdurchsuchungen, Observierungen und Lauschangriffe. Ab März 2010 saßen die Angeklagten vor Gericht. Zwar wurden sie im Frühjahr diesen Jahres vorerst freigesprochen, allerdings hat die Anklage bereits Einspruch dagegen erhoben. Das bedeutet, dass sie immer noch nicht rechtskräftig freigesprochen und weitere Repressalien zu befürchten sind.
Liest sich erstmal wie viele andere Prozesse dieser Art, jedoch wimmelt es hier von Vertuschung, Lobbyarbeit und Schikanen.

Ich werde euch jetzt kein  zeilenlanges Referat halten, um was genau es geht. Das können andere besser. Daher werde ich hier einige sehr interessante Links posten, die Hintergrundinfos und Interviews mit den Angeklagten beinhalten. Das Thema hat solche Wellen geschlagen, dass das Ganze nun auch verfilmt wurde. Der Streifen kommt im November in die Kinos, leider bisher nur in Österreich. Ich hoffe jedoch sehr auf einen Deutschland-Release. 

Sehr übersichtlich zusammengefasst hat die Fakten die Seite www.tierschutzprozess.at
 in einer 1-, 3- und 7-Minuten-Info in Textform, je nachdem wie tief man in die Materie eintauchen möchte.

Hier kurze Interviews mit einigen der Angeklagten.

Monika Springer:

 

Martin Balluch:


Chris Moser:



Und der Trailer zum Film. Scheint sehenswert zu werden:


Mich würde eure Meinung zu diesem Thema wirklich sehr interessieren.

1 Kommentar:

  1. Wenn das nicht purer Ernst für diese Menschen wäre, würde man denken das ist ein Scherz.
    Ich fühle mich gerade an andere Länder wie Afrika erinnert, wo Korruption und die Unterdrückung alternativer Meinungen mit Gewalt praktiziert wird. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass in so manchen Firmensitzungen Sätze wie "Wir machen die fertig!" fallen. Dummerweise sind heutzutage Staat, Industrie und Wirtschaft so schwer zu trennen und so eng vernetzt, dass sowas möglich gemacht wird.
    "Durch Informationen Menschen zum Terrorismus und Straftaten motivieren"..einfach lächerlich. Wenn ich sage, was mein gutes Recht ist, "Ich finde Massentierhaltung blöd, deswegen lebe ich so und so" motiviere ich Menschen aller höchstens zum Nachdenken. Für weitere Handlungen bin ich nicht haftbar. Das ist reine Rechtsverdrehung was dort gemacht wird.

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