Donnerstag, 24. Dezember 2009

Rauhnächte - Die Zeit zwischen den Jahren

Anlässlich eines meiner heutigen Weihnachtsgeschenke - der Rauhnächteräucherung von Neunholz  (mehr dazu weiter unten) - hielt ich es für eine gute Idee mich dieser besonderen, heute beginnenden Zeit einmal genauer zu widmen.


Rauhnächte. Das klingt kalt, dunkel, RAU -  Alles durchaus Worte, die uns zu dieser Zeit im Jahr einfallen,. Dennoch sind sie wohl nicht namensgebend. Viel wahrscheinlicher ist die Ableitung vom "Ausräuchern" der Ställe, welches damals (und auch heute noch regional) praktiziert oder vom "Weihrauch", welcher dazu verwendet wurde.

Ihren Ursprung haben die Rauhnächte in der vorchristlichen Zeit der Kelten und Germanen, die sich in ihrer Zeitrechnung nach dem Mond richteten (und nicht nach der Sonne wie der julianische oder der heute noch gültige gregorianische Kalender). Mit Fortschreiten der Christianisierung hielten viele "Heiden" an ihrem Glauben fest und so stellte sich eine Diskrepanz zum neuen Sonnenjahr ein: Dieses hatte 11 Tage (und 12 Nächte) mehr als ein Mondjahr, dem diese Zeit fehlte und die als "tote Zeit" bezeichnet wurde.

Der Überlieferung nach werden die Gesetze der Natur ausser Kraft gesetzt und Tore zu anderen Welten öffnen sich. Magische Rituale waren üblich, einige haben bis in die heutige Zeit überdauert. So sind die Rauhnächte die Zeit der Geisteraustreibungen und -beschwörungen, aber auch der Hellsichtigkeit.
Sie sind eine Zeit der Einkehr und der Erinnerung an die Ahnen. Bis ins 15. Jhd. wurde der heilige Abend am 24. Dezember gefeiert, dem Tag der Wintersonnenwende nach dem julianischen Kalender. Mit Einführung des gregorianischen Kalenders wanderte die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember, man blieb aber beim 24. Dezember als dem "Heiligen Abend".

Wer mag: Der Text geht unter "Weitere Informationen" weiter;-)




Zur Mitte der Rauhnächte, um Silvester herum, bricht Wotan mit den Toten zur wilden Jagd auf und holt jeden, der sich in der Dunkelheit noch aus dem Haus traut. Die Tore zur Geisterwelt stehen offen und Dämonen können sich dieser wilden Meute anschließen. Diese Vorstellung spiegelt sich unter anderem im Perchtenlaufen in der Alpenregion, dem Rummelpottlaufen in Norddeutschland oder auch dem Fasching im Allgemeinen wieder. Es muss viel Lärm veranstaltet werden, am besten bis zur Unkenntlichkeit verkleidet, um die Geister zu vertreiben. Nicht umsonst soll es zu Silvester möglich laut und bunt werden;-)

Viele erinnern sich sicherlich auch an Omas guten Ratschlag "zwischen den Jahren keine Wäsche zu waschen und aufzuhängen". Man glaubte, dass sich die Wilde Jagd in den Leinen verfangen könnte und die Betttücher mitgenommen werden würden, um sie später im Jahr als Leichtentücher für die Besitzer zu verwenden. Zudem würde das Aufhängen (weißer) Unterwäsche die wilden Gesellen anziehen, die dann über die Frauen herfielen.

Aber auch positive Eigenschaften werden diesen Nächten zugesprochen. So eignen sie sich hervorragend für Orakel und Vorhersehungen, was sich noch heute im Bleigießen finden lässt. Und die Tiere im Stall sollen an Silvester mit menschlicher Stimme sprechen können. So weit so gut, müsse nicht derjenige tot umfallen, der ihnen dabei zuhört;-)

 Bild: KongruentesChaos

Der Rauhnächteräucherung von Neunholz entströmt ein frischer, wärmender Geruch. Sie enthält unter anderem Beifuß (reinigend), Sonnenwendkraut (welches im Sommer die Sonnenwärme gesammelt hat) Eiben- und Fichtennadeln (für den immergünen Schutz und das Leben), Sumpfporst (in höherer Dosis Planze der Ektase, passend zur Wilden Jagd), Wacholder (aus dem die Ahnen über uns wachen) und Fichtenharz als Waldweihrauch.

In diesem Sinne wünsche ich euch besinnliche, warme und gemütliche Rauhnächte und das mir niemand von der Wilden Jagd geholt wird ;-)

Bezugsquelle: Neunholz Asatru Shop

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