Mittwoch, 9. Dezember 2009

DIY: Teil II - Das Räucherwerk

Hier also der versprochene zweite Teil, in dem ich mich mit den verschiedenen einzelnen Räucherzutaten und Mischungen befassen möchte. Wichtig ist es mir hierbei zu betonen, dass ich mich da an MEINE Vorlieben und Gewohnheiten halte. Es gibt zig verschiedene Wege sich Räucherungen zu nähern. Was möchte ich erreichen? Was kann ich mir leisten? An was komme ich heran? Was riecht für mich angenehm? Und vor allem: Aus welchem Kulturkreis möchte ich schöpfen? Ein Japaner wird ganz anders und vor allem anderes räuchern als ein Sami am Polarkreis oder ein Indigener in Südamerika.

Ich selber schöpfe am liebsten aus archaisch-frühgeschichtlichen, keltischen, germanischen, nordischen und nordamerikanischen Räuchertraditionen. Ich werde aber versuchen einen möglichst weitreichenden Überblick über die verschiedenen Räucherstoffe zu geben.





Buchtipps:

Zu Beginn möchte ich euch ein paar meiner Lieblingsbücher zu diesem Thema ans Herz legen.

Botschaft an den Himmel“ (In der Neuauflage „Das große Buch vom Räuchern“ genannt) von Susanne Fischer-Rizzi

Eine wundervoll illustrierte Reise durch die verschiedenen Räucherkulturen und –geschichten. Ein Bilderbuch für Erwachsene mit wunderschönen Photos. Am Ende jedes regionalen Kapitels stehen viele, einfach nachzumischende Räucherrezepte.

Das große Buch von Weihrauch, Aromaölen und magischen Rezepturen“ von Scott Cunningham.

Dieses Buch ist sehr, sehr praktisch angelegt und vor allem für diejenigen geeignet, die auch rituell/magisch arbeiten möchten. Der Autor schreibt sehr bodenständig und verständlich und biete viele, viele praktische Rezepte für Räucherwerke (feste und lose), Salben, Tinkturen und Öle. Was mir besonders gut gefällt ist, dass er sich nicht scheut bei allzu abgehobenen, teuren oder schwer zu beschaffenden Zutaten einfach zum Ersatz durch Tabak zu raten (was in fast allen Fällen hervorragend geht). Am Ende des Buches befindet sich ein ganzer Anhang über Ersatzstoffe. Das Buch ermutigt zum Experimentieren und Selbermischen und bietet dafür viele hilfreiche Tipps.

Räuchern mit heimischen Kräutern – Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahreskreis“ von Marlis Bader.

Die Autorin gibt einen Überblick über einheimisches Räuchergut und damit verbundene Traditionen. Auch die einzelnen Jahresfeste kommen nicht zu kurz. Jedoch enthält dieses Buch nur einige wenige Rezepte.


Die Beschaffung von Kräutern

Hier gibt es drei Möglichkeiten: Sammeln, Anbauen und Kaufen.

Beim Sammeln sind folgende Dinge zu beachten:

-Nimm nur soviel, wie du wirklich brauchst. Nie mehr als 25% der Pflanze wegnehmen, damit sie weiterwachsen kann. Beim Sammeln von Wurzeln darauf achten, dass die Pflanzen drumherum nicht beschädigt werden.

-Sammle nicht nach Regenfällen oder bei starkem Tauwetter. Die Pflanzen müssen von der Sonne getrocknet sein, ansonsten können sie beim Trocknen leicht anfangen zu schimmeln.

-Niemals in der Nähe von Straßen, stehenden oder schmutzigen Gewässer, Fabriken oder Militäranlagen sammeln.

Zum Trocknen der Pflanzen streife die Blüten oder Blätter von den Stängeln ab und lege sie auf ein Regal an einen warmen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Im Allgemeinen geht man von einer Trockenzeit von Mindestens 2 Wochen aus. Danach können die Drogen in luftdicht verschließbare Gefäße gefüllt werden. Ähnlich wie bei Parfum ist es wichtig, diese dann nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen.

Anbauen:

In gut sortierten Gärtnereien gibt es eine Vielzahl an Pflanzensamen, Jung- und Topfpflanzen. Für die genaue Handhabung empfehle ich die Lektüre von entsprechenden Büchern. Mit tiefgehenden Pflanzempfehlungen bin ich überfordert. Auf meinem Balkon wachsen bisher ur Salbei, Lavendel und Rosmarin. Diese dafür aber sehr gut.

Was es beim Kaufen zu beachten gilt:

Viele Dinge lassen sich leider nicht in heimischen Gefilden anbauen, daher müssen viele Räucherzutaten zugekauft werden. Eine breite Auswahl bieten hier Internethändler. Einfach nach „Räucherwerk“, „ätherischen Ölen“ oder bestimmten Zutaten im Speziellen suchen. In größeren Städten gibt es zudem Reformhäuser, Kräuterhäuser, Naturkost- oder Esoterikläden. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Apotheke gemacht. Sehr, sehr viele Räuchergüter habe ich dort schon zu sehr günstigen Preisen und in sehr guter Qualität bekommen, wie z.B. Frauenmantel, Kamille, Ringelblume, Rosenblüten, etc. Diese Zutaten sind von Haus aus eher für Aufgüsse und Tee gedacht und müssen so von „Apothekerqualität“ sein. Frische ist hier eigentlich garantiert.

Anders sieht es in anderen Läden aus. Zum einen muss auf den Preis geachtet werden. Ein reines Rosenöl KANN nicht 5 Euro kosten. Da könnt ihr davon ausgehen, dass euch jemand ein X für ein U vormachen will. „Ätherisch“ ist schon lange kein Gütesiegel mehr und kann genauso gut aus dem Labor kommen wie „synthetisch“.

Es gibt drei Güteklasse für ätherische Öle:

-naturrein/naturbelassen: Das Öl ist 100% rein, enthält nur Bestandteile dieser einen Pflanzen

-natürlich: Das Öl besteht nur aus natürlichen Inhaltstoffen, die miteinander vermischt werden. Das Öl besteht allerdings nicht nur aus der namensgebenden Pflanze.

-naturidentisch/Parfümöl: Das Öl wird aus verschiedenen künstlichen Bestandteilen so zusammengemischt, dass es chemisch dem naturreinen Öl ähnelt, also auch gleich riecht.

-künstlich/synthetisch/Parfümöl: Das Öl besitzt kein natürliches Gegenstück und wird nur für seine geruchstechnischen Eigenschaften entworfen.

Auch bei trockenem Räucherwerk gibt es einiges zu beachten. So wissen wir meist nicht, wie lange ein Produkt schon im Regal steht, u.U. kann die gekaufte Pflanze schon Jahre alt sein. Das Produkt sollte eine intensive Farbe, wenig Stiele/Abfall haben und frisch riechen. Online ist das natürlich nicht nachprüfbar. Da hilft nur aus Fehlern lernen und nächstes Mal woanders zu bestellen.


Der Grundbaukasten

Laut Scott Cunningham (und mit nun etwas Erfahrung auch nach meiner Ansicht^^) braucht es theoretisch nur 14 Zutaten, die man im Haus haben sollte, um für jede Gelegenheit die passende Räuchermischung herstellen zu können. Diese 14 Dinge werden am häufigsten in und für Räuchermischungen verwendet:

Weihrauch
Myrrhe
Benzoe
Copal
Rosenblüten
Lorbeer
Zimt
Kiefernnadel oder –harz
Wacholder
Sandelholz
Zeder
Thymian
Basilikum
Rosmarin

Ich wette, dass jeder von euch mindestens drei dieser Dinge im Haus hat und somit theoretisch schon loslegen könnte;)


Nun werde ich mich den einzelnen Zutaten widmen.

Weihrauch: Bei dieser Zutat handelt es sich um das Harz eines Wüstenbaumes mit großem Wirkungsbereich. Es wirkt keimabtötend, desinfizierend, zellerneuernd, antirheumatisch und insektenabwehrend. So dient der Weihrauch bei großen Menschenansammlungen dazu, die Übertragung von ansteckenden Krankheiten zu verhindern, was seinen ausgiebigen Gebrauch in Kirchen und Tempeln erklärt. Denn gerade in Zeiten der Not suchen Menschen die Nähe zum Göttlichen und somit ist die Anzahl der Krankheitserreger an diesen Orten in früheren Zeiten sehr hoch gewesen.
Es gibt verschiedene Weihrauchsorten, die sich leicht in ihrer Duftnote unterscheiden. Sie alle öffnen uns für die spirituelle Welt und werden in Schutz- und Reinigungsritualen verwendet. Qualitativ hochwertiger Weihrauch ist hell und riecht klar mit einer leicht zitronigen Unternote.

Myrrhe, harzig-schwer-erdig: Das Harz ist opak dunkelbraun bis karamellfarben, schwerer und kostbarer als Weichrauch und das zweite wichtige Harz der Antike. Während Weihrauch die männliche, geistige und himmlische Komponente bildet, steht Myrrhe für die weibliche, körperliche, erdige. Viele Frauenrituale aus vielen Kulturen stehen mit Myrrhe als Schoß der Erde in Verbindung. Es beruhigt unseren Geist und „erdet“ uns. Myrrhe wird gerne zu rituellen Reinigungen und zur Weihung von Amuletten und ähnlichem verwendet. Es wirkt wundheilend, narbenbildend und schleimlösend.

Benzoe, süß-balsamisch-vanillig: Benzoe wird in Benzoe Siam und Benzoe Sumatra unterschieden. Ersteres ist süßer im Duft, ist teurer und gilt als feiner. Wird eher in Mischungen verwendet, da es einzeln verräuchert meist keinen angenehmen Geruch entwickelt. Es verbrennt schnell und riecht dann beißend. Es beruhigt, entspannt und eignet sich besonders für Räucherungen am Abend. Es wirkt phantasieanregend und inspiriertend und eignet sich somit für die Unterstützung bei kreativen Arbeiten. Auch bei Depressionen und Traurigkeit hat sich dieses Harz bewährt.

Copal: Das authentische Copal lieferte ein ursprünglich aus Mexiko stammender Baum (es gibt noch verschiedene andere Bäume, die Copal oder Copalähnliches liefern, ich beschränke mich hier auf das „Original“). Das Harz diente den Indianern bei Ritualen zur Initiation oder Divination (Zukunftsschau) und wird heute noch bei Zeremonien verwendet. Es gibt drei Arten von Copal:

-Gelb-weißer, transparenter Copal mit einem fruchtigen, zitronigen, leichten, hellen, weihrauchähnlichem Duft. Er wirkt reinigend und unterstützt geistige und spirituelle Arbeit.

-Schwarzer Copal mit einem kraftvollen, schweren, balsamischen Duft, der als beste Qualität gilt und zu einem höheren Preis gehandelt wird. Er erdet und verbindet uns mit den tieferen Schichten der Seele. Er beruhigt und hilft uns mit den dunklen Seiten unserer Seele in Kontakt zu treten.

-Bernsteinfarbener Copal verströmt einen feinen, weichen und warmen Duft. Er soll die Sinne öffnen und wirkt anregend auf Phantasie und Intuition. Auch er soll die Kreativität bei musischen Aktivitäten unterstützen.

Rosenblüten: Die Rose gilt seit jeher als Symbol der Liebe und Zuneigung. Eine Räucherung mit Rosenblüten öffnet das Herz, schafft inneren Frieden und eignet sich besonders für Räuchersiebe, da die Blüten darauf einen feinen Duft verströmen.

Lorbeer: Lorbeer fördert die Hellsichtigkeit und wurde schon vom Orakel von Delphi verwendet. Er verstärkt die Traumerinnerung und macht aufnahmefähig für übersinnliche Wahrnehmungen. Lorbeer wirkt reinigend und klärend.

Zimt: Zimt wirkt antibakteriell und erwärmend, er stärkt die Lebenskraft und hilft bei Angstzuständen und hält negative Schwingungen fern.
Am besten eignen sich Zimtstangenstücke, die vor dem Räuchern gemösert werden. Fertig gemahlener Zimt riecht oft nicht mehr intensiv genug.

Kiefer: Dieses Zutat wird in unseren Breitengraden schon seit der Steinzeit verräuchert (wir erinnern uns an unseren Kumpel in der Höhle. Ach nee, das war Fichte, oder? Naja, Hauptsache Nadeln;-)). Das Harz verströmt einen balsamisch-warmen Duft, die Nadeln können aber auch zum Räuchern verwendet werden. Der Rauch gilt als herzstärkend und wirkt wärmend und stärkend. Zudem gilt er als antiseptisch und durchblutungsfördernd. Getrocknete Kiefernrinde lässt sich auch gut im Kamin oder am Lagerfeuer verwenden.

Wachholder: Ebenfalls eine sehr alte Räucherzutat, bei den Schamanen Sibiriens gilt er noch heute als „Baum des Lebens“. Das Holz, die Zweige und die Beeren werden seit prähistorischen Zeiten für kultische und medizinische Zwecke verwendet. So soll er vor bösen Dämonen schützen und schlechte und krankmachende Einflüsse fernhalten. Wacholder soll die Lebensenergie stärken und besonders Menschen in der Rekonvaleszenz (Gesundung) helfen.

Sandelholz: Eines der edelsten Hölzer der Welt, welches einen schweren und geheimnisvollen Duft verströmt. Das Kernholz liefert die beste Qualität, es hat eine hellbraune bis rötliche Farbe und duftet intensiv. Das weiße Sandelholz ist von minderer Qualität und duftet deutlich weniger. Es ist für magischen/rituellen Gebrauch wenig bis nicht geeignet. Sandelholz wird für Schutz- und Heilungsrezepturen verwendet. Sein Rauch hilft bei Kopfschmerzen und ist ein keimabtötendes Mittel zur Raumbeduftung.
In der tibetischen Heilkunde wird das Holz bei Krankheiten die durch zuviel Kopfarbeit und Gedankenkonstruktionen entstehen verwendet. Der Duft eignet sich besonders für Menschen, die unter Stress stehen. Er führt zu innerer Balance und Ruhe, beruhigt, besänftigt und wirkt spannungslösend.

Zeder: Räucherungen mit Zeder eignet sich zur Reinigung von Räumen und Gegenständen. Schon in der Antike wurde das Holz und die Nadelspitzen für Reinigungs- und Aussühnungsrituale verwendet. Es entspannt bei starker Nervosität und Stressbelastung und verhilft zu klaren Träumen. Zedernduft unterstützt die Atmung und wirkt auswurffördernd bei zähem Schleim in den Atemwegen. Der Duft des holzig, warm-balsamisch und tief. Die Nadeln duften leichter und feiner.

Thymian: Das Kraut steigert die Hellsichtigkeit, der krautige, warme Duft wirkt stärkend und hilft bei seelischen Schwächezuständen.

Basilikum: Das Wort Basilikum leitet sich vom griechischen "basileios", "königlich" ab. Er ist Bestandteil von Liebesräucherungen und zieht Wohlstand und Glück an. Basilikum ist ein sehr wirkungsvolles Schutzkraut und wirkt gegen negative äußere Einflüsse.

Rosmarin: Rosmarin wirkt reinigend und gilt als Wohnort von Feen und Elfen, weshalb es auch dazu dient Naturgeister anzuziehen. Er wird für Liebes- und Fruchtbarkeitsräucherungen verwendet.


Ihr seht: Mit diesem paar Sächelchen lässt sich schon eine ganze Menge anstellen. Aber wie das immer so ist. Es gibt immer noch mehr. Besseres, schöneres. Und zugegebenermaßen sind die oben genannten Drogen doch eher pragmatisch angelegt, weniger ausgewählt weil sie gut duften (wobei das ja auch im Auge, bzw. in der Nase des Betrachters liegt).
Daher möchte ich mich jetzt noch einigen anderen Räuchersubstanzen widmen, die mich in meinem täglichen Leben begleiten oder faszinieren.


Nette Dreingaben

Drachenblut: Ich muss gestehen, dass ich als Kind lange Jahre darüber grübelte aus was zur Hölle bitte Drachenblut besteht. Doch nicht etwa…..? Nun, irgendwann lass ich dann, das es aus de Früchten des Drachenbaumes gewonnen wird. Erstmal ernüchternd, aber nur solange bis man seine Wirkung zu spüren bekommt. Es ist ein sehr starkes Räucherwerk, welches vor Bösem schützt und negative Energien neutralisiert. Es verstärkt Kraft und Wirksamkeit von Räucherritualen und wird auch für Liebesräucherungen verwendet, um „das Feuer zu entfachen“. Einzeln geräuchert verursacht es einen starken, dunklen Rauch, daher sollte es nur in Mischungen mit anderen Räucherstoffen verwendet werden. Es soll die reinigende Wirkung von Weihrauch verstärken und riecht herb-würzig und etwas brenzlig.

Styrax: Bei Styrax handelt es sich im Prinzip um nichts anderes als Holzkohle. Was es so wunderbar duftend macht ist die Tatsache das es im Harz des Amberbaumes getränkt wirkt. Es ist der Göttin Hekate gewidmet, der Herrin aller Hexen und Zauberpflanzen. Es riecht balsamisch, süß, leicht vanillig und gibt Räuchermischungen eine sinnliche und verführerische Note. Styrax löst seelische Verspannungen, wirkt harmonisierend und vertreibt negative Gedanken.

Lavendel: Die Blüten duften zart und wirken belebend, klärend und reinigend.

Salbei: Hier möchte ich die zwei gängigsten Salbeiarten unterscheiden: White Sage (weißer Salbei) und Salvia officinalis (der schnöde Gartensalbei).

White Sage: Diese Pflanze gehört zu den gebräuchlichsten Räucherpflanzen der Indianer Nordamerikas. Er wird für Rituelle, aber auch für heilende Zwecke verwendet. Der weiße Salbei gilt als stark reinigende Pflanze, die vor Heilungsritualen, Schwitzhüttenzeremonien und heiligen Festen verwendet wurde und wird. Beim Räuchern entwickelt die Pflanze einen herb-frischen Duft und soll den Geist erfrischen und das Gedächtnis stärken. Für alle Salbeiaerten gilt, dass sie sehr gut getrocknet sein müssen, da sie beim Räuchern sonst einen muffigen Geruch verströmen.

Gartensalbei: Hat ähnliche Wirkungen wie der White Sage, verströmt beim Räuchern einen krautig-süßen typischen Salbeiduft.

Süßgras: Auch Sweetgrass genannt und verwandt mit dem europäischen Ruch- oder Mariengras, jedoch stärker im Duft. Die Indianer verwenden zu Zöpfen gebundene Grashalme und verräuchern diese. Ich schneide mir von so einem Zopf ein bisschen ab und streue es auf mein Sieb, so reicht der Zopf ewig und für meine bescheidenen Quadratmeter reicht das völlig. Ich liebe den Duft, er erinnert an Vanille und Waldmeister. Süßgras wirkt atmosphärisch reinigend und wird in Nordamerika für viele Rituale verwendet. So hilft es bei der Visionssuche und schafft eine Atmosphäre des inneren Loslassens, der Heiterkeit, Leichtigkeit und Heilung. Oft wird es in Verbindung mit Weihrauch verräuchert, den dieser „macht die bösen Geister krank“ und Süßgras hilft die guten Geister anzuziehen.

Tonkabohne: Die Bohnen werden vor dem Räuchern zerkleinert (hier hat sich die gute alte Muskatreibe bewährt) und verströmen einen lieblichen, weichen an Vanille erinnernden Geruch. Sie wirken stimmungsaufhellend, seelisch erwärmend und ausgleichend. Sie soll die Liebe anziehen und erotisierend wirken.

Dammar: Dieses Harz ist auf dem Sieb leicht entflammbar, daher lieber auf Kohle räuchern! Es hat einen leichten, zitronigen, ätherischen Duft und wird für Reinigungs- und Schutzräucherungen verwendet. Es wird als durchsichtige, tropfenartige Stücke verkauft ist und von gelblicher bis rötlicher Farbe oder farblos-transparent. Dammarräucherungen wirkend erhellend auf unser Gemüt, bringen Licht ins Dunkel unserer Seele.

Patchouli: Kaum ein Räucherwerk polarisiert so wie das Patchouli. Man liebt es oder man hasst es. Die Pflanze ist eng mit der Minze verwandt und hat einen sehr intensiven, schweren und holzigen Duft. Der Duft wirkt erdend und zentrierend und soll helfen aus alten Grenzen auszubrechen und Vergangenes loszulassen.
Als Quellen dienten die von mir erwähnten Bücher, das Internet und meine Erfahrungen.


Soviel „in Kürze“ zu den von mir bevorzugten Räucherzutaten. Es gibt noch hunderte mehr und sie alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Wer noch mehr über andere wunderbare Duftstoffe wie Moschuskörner, Adlerholz/Oud, Beifuss, Eisenkraut, Guggul und Co. erfahren möchte, dem sei vor allem Susanne Fischer-Rizzis Buch über die unterschiedlichen Räucherkulturen ans Herz gelegt, auch dem ich einen Großteil meines Wissens geschöpft habe.

In einem kleinen dritten Teil habe ich mir vorgenommen einige von mir erprobte Rezepte und Räuchermischungen niederzuschreiben, um vielleicht einen kleinen Eindruck über die Möglichkeiten bieten zu können und Menschen, die erst beginnen sich mit dem Räuchern zu beschäftigen eine kleine Hilfe zu sein.

Nun soll es das aber erstmal gewesen sein. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen (wenn es denn jemand bis zum Schluss schafft^^).



Nachtrag: Den dritten - und wahrscheinlich letzten Teil (wenn mir bis dahin nicht nochetwas einfällt) - schreibe ich dann voraussichtlich morgen. Heute kann ich nicht mehr geradeaus denken. Man möge es mir verzeihen.

Ich hoffe der Text ist nicht ZU wissenschaftlich. Der erste Teil ging mir leichter von der Hand. Der Text jetzt hat doch etwas enzyklopisches und bedurfte einfach mehr harter Fakten;-)

Autorin: Kathrin/KongruentesChaos
Quelle: siehe Text

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